Neues von 60+ Die Seniorenreise 2026
Am 25. Juni besammelten wir uns bei allerschönstem hochsommerlichem Wetter bei der Kirche, um schwitzend einen erlebnisreichen Tag miteinander zu verbringen. Die bewährten Organisatoren Wisi Brülisauer und Nicole Gemperle haben umsichtig 100 Flaschen Wasser besorgt, die sie uns gratis zur Verfügung stellten, damit wir auch ja genug trinken.
Frohgemut besetzten wir den Bus von Heini-Car und liessen uns von Martin Romer auf Nebenstrassen nach Uzwil chauffieren, wo uns im schattigen Garten des Café Weingartenstube Kaffee und Gipfeli serviert wurden. Bald gings weiter nach Magdenau.
Sr. Veronika hiess uns im Vorhof herzlich willkommen. Voller Begeisterung erzählte sie von der langen, wechselvollen Geschichte ihres Zisterzienserinnen-Klosters, wie es entstanden ist und wie es mit den verschiedenen Klöstern der weiteren Umgebung vernetzt ist. Als wir über die Wendeltreppe und per Lift den zweiten Stock erreichten, landeten wir im noblen Teil des Klosters. Der grosse Saal war mit Wandmalereien geschmückt. Sr. Veronika hat die Bilder studiert und entschlüsselt und liess uns an ihrem immensen Wissen teilhaben. Es war wirklich spannend, die Symbolik der Bilder erklärt zu bekommen. Sie sollten dem amtierenden Vogt vor Augen führen, wie man regieren soll und dass alle Macht auch mal ein Ende hat. Wir durften auch die Nebenräume besichtigen mit den Kachelöfen, den reich geschnitzten Türen, das Zimmer des Beichtigers, und die Madonna, die nur ein einziges Kleid besitzt.
In der Klosterkirche hielten wir eine Andacht. Dominik las das Evangelium von Marta und Maria. In der Predigt zeigte er auf, wie die Zisterzienserinnen beide Rollen der biblischen Frauen leben. Marta gibt sich mit der Arbeit so viel Mühe, um die Gäste angemessen zu versorgen, was Jesus anerkennt. Maria hat den guten Teil gewählt: Sie hört Jesus zu. Aber zum Leben gehört beides. Es sollte ein Ausgleich sein, so wie es die Nonnen umsetzen - und wir es ebenso halten müssten.
Einige von uns schauten sich die Kirche mit dem schönen Chorgestühl noch näher an. Eine besondere Entdeckung waren die Reliquiare der Katakomben-Heiligen Theodora. Sie hat blaue Augen!
Die Mittagszeit nahte. Wir fuhren weiter nach dem weitherum bekannten Tufertschwil, wo uns im Rest. Rössli ein wunderbares Mittagessen erwartete.
Fast Punkt halb zwei gings weiter zum nachmittäglichen Höhepunkt: Dem Baumwipfelpfad im Neckertal. Ein kurzer Fussmarsch an der prallen Sonne bei mindestens 32 Grad war für manche eine Herausforderung. Doch die Hitze tat unserer guten Laune keinen Abbruch. Beim Eingang zum Baumwipfelpfad setzten wir uns allerdings gerne in den Schatten, wo uns Wisi mit beeindruckenden Informationen ins kommende Vergnügen einstimmte.
Gekürzte Fassung: Im August 2017 wurde mit dem Aufbau begonnen, die Aufrichtung war im September 2017 praktisch fertig, dank der speziellen Bauweise. Wie bei der Brio-Bahn-Bauart wurden 38 Elemente mit einem Radius von 11,06 m zusammengesetzt. Die Höhe des Pfads variiert von 4,8 m bis zu 45 m bei der Aussichtsplattform. Das Holz stammt zu 95% aus dem Toggenburg, der Rest für die Handläufe sind Eichen aus dem Güttinger Wald.
An den Handläufen hat es immer wieder Hinweistafeln, die auf spezielle Bäume oder die Geographie hinweisen. An einem Aussichtspunkt blickt man auf Jungwald. Der Sturm Lothar hat 1996 dort alles abgeholzt. Fast alles hat sich wieder selbst erholt. Nur einige wilde Kirschen und Lärchen wurden gesetzt. Ein äusserst seltenes Exemplar eines Baumes ist die Albino-Buche. Wir mussten zwar suchen, aber wir fanden sie mit ihren hellfleckigen Blättern. Auch aussergewöhnlich ist das Steinadlerpaar, das hier im Baumwipfelpfadgebiet am nördlichsten Punkt der Alpennordseite seinen Horst hat.
Kulinarische Genüsse standen als Nächstes auf dem Programm. An sattgrünen Wiesen vorbei führte uns der Weg nach Waldstatt zum Rest. Rechberg. Ein anmächeliger Zvieriteller und kühle Getränke belebten unsere leicht ermatteten Geister. Nach der leiblichen Stärkung zog es uns hinaus ins Freie. Ein grossartiges Panorama bot sich unsern Blicken. Wisi hatte uns an der Kirchgemeindeversammlung eine Überraschung versprochen. Das löste er mit Paul zusammen ein mit ergreifenden Trompetenklängen. Luegid vo Berg und Tal… und La Montanara vor dem weiten Säntispanorama gespielt – einen schöneren Schluss kann man sich nicht wünschen.
Dann aber gings Richtung Heimat. Die Aussentemperaturanzeige stieg kurz vor Berg nochmal um 1 Grad und zeigte 35 Grad an. Machte allerdings keinen grossen Unterschied, wir schwitzten ja sowieso. Total zufrieden kamen wir in Berg an. Viele schöne Erinnerungen dürfen wir mit in den Alltag nehmen.
So bleibt mir im Namen aller Teilnehmenden Wisi, Nicole und Dominik ein riesengrosses, herzliches DANKESCHÖN zu sagen. Ihr habt uns mit der grossartigen Vorbereitung und eurem umsichtigen Einsatz ein wunderbares Erlebnis bereitet. Und natürlich freuen wir uns bereits wieder auf nächstes Jahr, wenn es heisst: Chunnsch au mit?
Monika Cadosch
60+ Tagesreise
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